Gerhard Gruber - ein Leben für den Stummfilm

20.05.2024

Gerhard Gruber: Ein Leben für den Stummfilm

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Gerhard Gruber ein fester Bestandteil der Stummfilmwelt, bekannt für seine musikalische Begleitung von Filmen. Seine Karriere begann am 16. Juni 1988 in Linz und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt.


Die Anfänge: Linz und die österreichischen Mittelschulen

Grubers erste Aufführung fand 1988 in Linz statt. Ab 1991 begleitete er Stummfilme für österreichische Mittelschulen, angefangen mit Fritz Langs „Metropolis“. 1992 folgte Harold Lloyds „The Freshman“. Zwischen 1992 und 1998 tourte Gruber durch Österreich und begleitete diverse Stummfilme.


Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria

Ein bedeutender Schritt in Grubers Karriere war 1999 die Zusammenarbeit mit dem Filmarchiv Austria. Beim Openair Festival im Wiener Augarten spielte er 16 Tage lang Musik zu 78 Kurz- und Langfilmen. Diese Zusammenarbeit setzte sich in den Folgejahren im Imperialkino Wien und ab 2002 im Metrokino in der Johannesgasse fort.


Ein fester Platz in Wien

Seit 2001 tritt Gruber regelmäßig in den Breitenseer Lichtspielen in Wien auf. Seit 2016 begleitet er dort auch gemeinsam mit dem Leinwandlyriker Ralph Turnheim unter dem Namen „Gruber & Turnheim“ Stummfilme. Darüber hinaus ist Gruber seit 2003 immer wieder im Österreichischen Filmmuseum und im Filmcasino aktiv.

In vielen Orten Österreichs ist Gerhard Gruber gern gesehener Gast mit langjähriger Zusammenarbeit (Wieselburg, Aigen-Schlägl, Altheim, Grein, Innsbruck, Graz, Lambach, Leonding, Stainach u.v.a.)


Internationale Auftritte

Ab 2005 verstärkte Gruber seine internationalen Auftritte. Er begann in Bordeaux und setzte seine Tourneen in Tokyo (2006, 2007, 2008 und 2014) und Hobart, Australien (2007, 2008, 2010, 2013 und 2017) fort. Weitere Stationen waren Indien (2011, 2012 und 2015), Neuseeland (2008, 2010, 2013) und China (Peking und Shanghai). Gruber trat auch in Mexiko, den USA, Kanada, Russland, der Türkei, der Ukraine und vielen europäischen Städten auf.


Filmmusik, die aus der Improvisation lebt

Gerhard Grubers Ansatz zur Stummfilmbegleitung zeichnet sich durch Improvisation aus. Er betrachtet diese als direkten und stets neuen Dialog mit den Ereignissen auf der Leinwand. Jede Vorführung ist einzigartig, was die Lebendigkeit seiner Auftritte garantiert. „Das Gefühl, mitten im Geschehen dabei zu sein, war von Anfang an unbeschreiblich und ist bis heute unverändert geblieben,“ sagt Gruber. „Es ist nie der Film allein, es ist immer die Dreiheit Film - Musik - Publikum, und deshalb ist jeder Abend auch ein eigenes Erlebnis.“


Ein Leben für den Stummfilm

Mit rund 700 verschiedenen Stummfilmen, die er begleitet hat, ist Gerhard Gruber eine zentrale Figur in der Stummfilmmusik. Seine Begeisterung und sein Engagement machen jede Aufführung zu einem besonderen Erlebnis, das Film, Musik und Publikum auf einzigartige Weise verbindet.

Gerhard Grubers Arbeit zeigt, dass Stummfilme auch heute noch eine lebendige und faszinierende Kunstform sind. Durch Künstler wie ihn bleibt diese Tradition lebendig und wird an neue Generationen weitergegeben.

Silent Film Festival Hobart 2017 with silent film pianist Gerhard Gruber
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